Otobong Nkanga. I dreamt of you in colours

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In Zusammenarbeit mit dem Musée d’Art moderne in Paris zeigt das MCBA eine umfassende Ausstellung über das Werk von Otobong Nkanga. Die gemeinsam mit der Künstlerin konzipierte Schau findet vom 10. Oktober 2025 bis 23. Februar 2026 in Paris und anschliessend vom 3. April bis 23. August 2026 in Lausanne statt.

Otobong Nkanga wurde 1974 in Kano, Nigeria, geboren und lebt in Antwerpen, Belgien. In ihrer Arbeit behandelt sie seit den späten 1990er-Jahren Themen im Zusammenhang mit Ökologie und der Beziehung zwischen Körper und Territorium, mit Werken von grosser Kraft und Plastizität. Nach Studien an der Obafemi Awolowo University in Ile-Ife, Nigeria, der École nationale supérieure des Beaux-Arts in Paris und der Rijksakademie Amsterdam setzt sich die Künstlerin mit Fragen auseinander, die dem Abbau von Mineralien, der Nutzung von Bodenschätzen, aber auch dem Körper in seinem Verhältnis zu Raum und Boden gelten. Sie untersucht die damit verbundenen komplexen sozialen, politischen und materiellen Beziehungen und fertigt in multidisziplinärer Weise Zeichnungen, Gemälde, Installationen, Wandteppiche, Fotografien, Videos, Skulpturen und Keramiken an, kreiert aber auch Performances, Musik und Lyrik.

Ausgehend von ihrer persönlichen Geschichte und ihrer Recherchen, die von zahlreichen transhistorischen und multikulturellen Einflüssen zeugen, schafft sie Netzwerke und Konstellationen zwischen Menschen und Landschaften und thematisiert zugleich die Heilkraft natürlicher und relationaler Systeme. Der Begriff der Schichtung ist zentral für ihre Arbeit, ob es sich nun um die Materialität ihrer Skulpturen, Interventionen, Performances und Wandteppiche oder um ihre Art handelt, über die Beziehungen zwischen Körpern und Böden nachzudenken – Beziehungen, die auf gegenseitigem Austausch und auf ständiger Veränderung beruhen. Otobong Nkanga erkundet die Zirkulation und die Ausbeutung von Materialien und Gütern, von Menschen und deren gemeinsamen Schicksalen, die von den Überresten gewalttätiger Kolonialgeschichten geprägt sind. Ausgehend von ihrer Auseinandersetzung mit der Erinnerung entwirft sie die Vision einer möglichen Zukunft.

Die Ausstellung vereint emblematische Installationen, Fotoserien, neue Werke und zahlreiche Zeichnungen, von denen einige aus den ersten Schaffensjahren der Künstlerin stammen und bisher noch nicht zu sehen waren. Sie bietet einen Querschnitt durch Nkangas vielfältiges Werk von seinen Anfängen bis heute und skizziert die Genealogie wiederkehrender Themen, deren bildnerische Aktualisierung sich stetig weiterentwickelt. So erneuert die Künstlerin bestimmte Werke, indem sie ihnen in einer Poetik der Verschachtelung neue – vor Ort realisierte – Elemente hinzufügt und Verbindungen zwischen Formen, Materialien oder Ideen schafft.

Die Exponate stammen aus öffentlichen Sammlungen (Castello di Rivoli, Museo d’Arte Contemporanea, Rivoli-Torino; Stedelijk Museum Amsterdam; Stichting Museum Arnhem; Centre Pompidou, Musée national d’art moderne/Centre de création industrielle, Paris; Henie Onstad Kunstsenter, Høvikodden; M HKA Museum van Hedendaagse; Kunst Antwerpen) sowie aus privaten Stiftungen (Fondation Beyeler, Riehen/Basel; Tia Collection, Santa Fe) und Sammlungen, und aus dem Atelier der Künstlerin.

Ausstellungskuratorium:
In Lausanne: Nicole Schweizer, Kuratorin zeitgenössische Kunst, Musée cantonal des Beaux-Arts Lausanne
In Paris: Odile Burluraux, Chefkuratorin, Musée d’Art Moderne de Paris

Publikation:
Odile Burluraux und Nicole Schweizer (Hg.), Otobong Nkanga. I dreamt of you in colours, mit Beiträgen von Noam Gramlich, Sandrine Honliasso, Maya Tounta und einem Gespräch der Künstlerin mit den Ausstellungskuratorinnen. Paris, Éditions Paris Musée, 2025 (FR/EN).

Credits und Bildunterschrift:
Otobong Nkanga, "Social Consequences V: The Harvest", 2022. Acryl und Klebeband auf Papier, 42 x 29.7 cm. Sammlung Wim Waumans

Partner

Ausstellung organisiert vom MCBA in Zusammenarbeit mit dem Musée d’Art Moderne de Paris / Paris Musées.