PLATEFORME 10

Prises de vues du 29 09 2015.

Ein neues Kunstquartier

Bildende Kunst, Fotografie, Design, Textilkunst: All diese Kunstbereiche haben naturgemäss einen Dialog miteinander zu führen. Genau das tun das Musée cantonal des Beaux-arts [MCBA], das Musée de l’Elysée und das mudac, die ergänzt durch die Fondation Toms Pauli und die Fondation Félix Vallotton gemeinsam die PLATEFORME 10 bilden: das neue Kunstquartier direkt neben dem Bahnhof Lausanne. Dabei handelt es sich um eine echte kulturelle Plattform, auf der sich diese unterschiedlichen Institutionen zusammenfinden, um über die Grenzen ihrer jeweiligen Disziplinen hinauszuwachsen und im gegenseitigen Wettbewerb ein geistiges Klima zu schaffen, das eine grosse Anziehungskraft ausübt.

Die PLATEFORME 10 wird mehr als drei Museen umfassen. An diesem einladenden Ort, der der gesamten Bevölkerung offen steht, wird zugleich ein umfangreiches ergänzendes Programm umgesetzt, das den neu entwickelten städtischen Raum bereichern soll. Das gemeinsame Programm, das die vierzehn Arkaden an der nördlichen Stützmauer umfasst und sich über das gesamte Areal erstreckt, dient einerseits als Schaufenster für die musealen Aktivitäten und schafft andererseits einen Ort, wo man sich begegnen, verpflegen und entspannen kann. Die Einrichtungen und die besondere Atmosphäre der verschiedenen Örtlichkeiten werden den kulturellen Charakter des Quartiers betonen. Dieser gemeinsame Raum wird auch Dienstleistungen umfassen, die von allen Museum genutzt werden, so etwa Buchhandlung/Shop, Bibliothek/Dokumentationszentrum, verschiedene Restaurants und andere gastronomische Angebote sowie Auditorien.

Mit Unterstützung ihrer Partner, der Stadt Lausanne und der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), aber auch und vor allem von Akteuren aus der Zivilgesellschaft – Stiftungen, Unternehmen oder Einzelpersonen – nimmt die PLATEFORME 10 zunehmend konkrete Formen an. Das vom Architekturbüro des Italieners Fabrizio Barozzi und des Spaniers Alberto Veiga entworfene Gebäude für das MCBA wurde am 5. Oktober 2019 eröffnet. Der geplante Bau für das mudac und das Musée de l’Elysée, für den die portugiesischen Architekten Manuel und Francisco Aires Mateus verantwortlich zeichnen und das im Oktober 2015 im Rahmen eines Wettbewerbs von der Jury einstimmig zum Siegerprojekt erkoren wurde, befindet sich seit Juni 2018 im Bau. Es wird seine Tore im Juni 2022 öffnen. Insgesamt werden rund 180 Millionen Franken in die Kultur investiert. Davon stammen fast 75 Millionen von Gönnern und Sponsoren, der Rest wird von der öffentlichen Hand finanziert.

Stiftung PLATEFORME 10

Die Stiftung PLATEFORME 10 vereint das Musée cantonal des Beaux-Arts, das Musée de l’Elysée und das mudac in einer einzigen Stiftung des öffentlichen Rechts. Diese neue Organisation, die die Identität der drei Museen bewahrt, erleichtert die Verwaltung des Museumsareals und verstärkt die touristische und kulturelle Positionierung von PLATEFORME 10. Die Stiftung PLATEFORME 10 ist seit dem 1. Januar 2021 in Betrieb. Der PLATEFORME 10 Stiftungsrat ist das oberste Organ der Stiftung und ist für die Umsetzung der strategischen Ziele der Stiftung und die ordnungsgemäße Verwaltung der Stiftung verantwortlich.

PLATEFORME 10 Stiftungsrat

  • Olivier Audemars | Präsident, Audemars Piguet
  • Ariane Widmer Pham | Vizepräsidentin, Stadtarchitektin
  • Marco Franciolli | ehemaliger Direktor des Museo d’Arte della Svizzera italiana, MASI Lugano
  • Hedy Graber | Leiterin der Direktion Kultur und Soziales, Migros-Genossenschafts-Bund
  • Vincent Grandjean | Staatskanzler
  • Patrick Mangold | Rechtsberater und Fachanwalt für Arbeitsrecht
  • Nicole Minder | Vertreterin des Staates Waadt, Leiterin der Abteilung für kulturelle Angelegenheiten
  • Marie Pok | Direktorin des CID (Zentrum für Innovation und Design), Grand-Hornu, Belgien
  • Alexandra Post Quillet | Unabhängige Administratorin und Mitarbeiterin der Académie des Administrateurs (ACAD)
  • Agnès Sire | Künstlerische Leiterin der Fondation Henri Cartier-Bresson, Paris
  • Die Stadt Lausanne erhält einen Gastsitz.

Der Verwaltungsrat von PLATEFORME 10 ist verantwortlich für die Umsetzung der vom Stiftungsrat definierten strategischen Linie. Er setzt sich zusammen aus Chantal Prod’Hom, Direktorin des mudac, Tatyana Franck, Direktorin des Musée de l’Elysée und Bernard Fibicher, Direktor des MCBA, und wird von Patrick Gyger, Generaldirektor von PLATEFORME 10, geleitet.

Kontakt

PLATEFORME 10

Chemin de Mornex 3bis
1003 Lausanne

+41 21 316 25 55
info@plateforme10.ch

Partners PLATEFORME 10

Image de synthèse du bâtiment du Musée de l'Elysée et du mudac

Photo Elysée

Eines der wichtigsten Museen, das sich ausschliesslich der Fotografie widmet.

Place de la Gare 17
1003 Lausanne

+41 21 316 99 11
info@elysee.ch

elysee.ch

mudac – musée de design et d’arts appliqués contemporains

Museum für zeitgenössisches Design und angewandte Kunst.

Place de la Gare 17
1003 Lausanne

+41 21 315 25 30
info@mudac.ch

mudac.ch

Stiftungen Partners

Fondation Toms Pauli

Sammlung alter Tapisserien und zeitgenössischer Textilkunst

Neue Sichtbarkeit
Der Kanton Waadt ist Besitzer der Sammlung alter Tapisserien von Reginald und Mary Toms sowie der modernen Sammlung mit Werken von Künstlern und Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts, die an den Biennales internationales de la Tapisserie in Lausanne (1962–1995) Erfolge gefeiert haben. Eine privatrechtliche Stiftung ist mit der Pflege und Erhaltung dieser zwei Sammlungen betraut. Die Fondation Toms Pauli vermittelte bis anhin an zwei Wechselausstellungen im Musée cantonal des Beaux-Arts einen Einblick in ihre Werke und zeigte flämische Wandteppiche aus dem 16. bis 18. Jahrhundert (2004) sowieTapisserie nomadesaus der Sammlung des 20. Jahrhunderts (2016). Seit die Stiftung im Jahr 2000 in Lausanne gegründet wurde, wurden verschiedene Lösungen geprüft, wie sie die von ihr gepflegten Sammlungen bewahren und weiterentwickeln kann. Dabei eröffnen sich durch die Integration dieser Werke alter und moderner Textilkunst in die neue kulturelle Plattform vielversprechende Möglichkeiten. Die Stiftung hat im November 2020 in das Gebäude des Musée cantonal des Beaux-Arts eingezogen. Hier wird sie Veranstaltungen rund um Textilkunst organisieren und Werke aus ihren Sammlungen temporär ausstellen können.

Ein internationales Netz
Die Fondation Toms Pauli ist eine der wenigen öffentlichen Einrichtungen, die sich ausschliesslich der Textilkunst widmen. Für diese Art von Sammlungen gibt es ein internationales Netzwerk, das Partnerschaften und die Umsetzung von Ausstellungsprojekten fördert. Da die Fondation über keine eigenen Ausstellungsräume verfügte, in denen sie ihre Sammlungen präsentieren konnte, und daher vor Ort kaum sichtbar war, war sie in den letzten Jahren auch im Ausland sehr aktiv und lieh zahlreiche Werken an renommierte Institutionen in der Schweiz, in Europa (Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien, Portugal, Litauen) und in den Vereinigten Staaten aus.

Die Sammlungen
Als prestigeträchtige Objekte und diplomatische Geschenke waren Tapisserien jahrhundertelang der Stolz europäischer Königshäuser. Reginald und Mary Toms erwarben in den 1960er Jahren über hundert solche Wandteppiche, mit denen sie ihre Wohnung im Schloss Coinsins (Region La Côte) schmückten. Diese bemerkenswerte Sammlung, die 1993 dem Kanton Waadt vermacht wurde, illustriert die Vielfalt der Motive und die unglaubliche Qualität der Tapisserien aus den besten Manufakturen in Flandern, Frankreich, Italien und England des 16. bis 18. Jahrhunderts.

Die Sammlung des 20. Jahrhunderts der Fondation, die sie von der Association Pierre Pauli und vom Centre International de la Tapisserie Ancienne et Moderne (CITAM) geerbt hat, umfasst mehr als 200 Werke von Schweizer und internationalen Künstlerinnen und Künstlern wie Jean Lurçat, Sonia Delaunay, Magdalena Abakanowicz und Jagoda Bui´c, Olga de Amaral, Ritzi und Peter Jacobi, Elsi Giauque, Sheila Hicks oder Naomi Kobayashi. Sie zeigt auf, wie sich die klassische Tapisseriekunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hin zu einer freieren und originellen neuen Ausdrucksform entwickelt hat.

toms-pauli.ch

Fondation Félix Vallotton

Forschungen zum Leben und Werk des französisch-schweizerischen Malers Félix Vallotton

Ein herausragender Künstler
Die 1998 in Lausanne gegründete Fondation Félix Vallotton ist ein Fachzentrum, das sich Forschungsarbeiten zum Leben und Werk des Malers, Illustrators, Zeichners, Schriftstellers und Kunstkritikers Félix Vallotton (1865–1925) widmet, der nicht zuletzt berühmt ist für seine einzigartigen Holzschnitte. Der grosse Künstler seiner Generation, der in Lausanne geboren wurde und später die französische Staatsbürgerschaft annahm, hinterliess ein Werk, das zum gemeinsamen Erbe beider Länder und zur Geschichte der europäischen Kunst gehört.

Durch seine neuartigen Holzschnitte, die er in den 1890er Jahren schuf, erlangte Vallotton Anerkennung in der Pariser Kunst- und Literaturszene, bevor er in Frankreich und darüber hinaus zu einem gefragten Illustrator und Karikaturisten wurde. Der Beginn des neuen Jahrhunderts markierte einen Wendepunkt in seiner Karriere: Ab dieser Zeit widmete sich der Künstler fast nur noch der Malerei. Vallotton war sehr unabhängig und entwickelte in wenigen Jahren einen einzigartigen Stil, der unter allen erkennbar ist und sich durch eine glatte Malweise, leuchtende Farben und scharfe Konturen auszeichnet.

Wissenschaftliche Erforschung des Künstlers
Die Fondation Félix Vallotton, die das Archiv des Künstlers verwahrt, verfügt über keine Ausstellungsräumlichkeiten. Mit Ausnahme eines einzigen Gemäldes handelt es sich bei ihrer Sammlung im Wesentlichen um Dokumente. Dazu zählen Zeichnungen und Entwürfe, Hefte mit Skizzen und Notizen, Manuskripte, Fotografien und verschiedene biografische Schriften. Ausgehend von ihrem Archiv und ihrem Wissensschatz entwickelt die Fondation wissenschaftliche Forschungsprojekte und publiziert ihre Ergebnisse. Zwei Nachschlagewerke sind bereits erschienen:Catalogue raisonné Félix Vallotton. L’œuvre peint(2005) undFélix Vallotton. Critique d’art(2012).Das neue Projekt mit dem TitelFélix Vallotton illustrateur, das in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA) entwickelt und vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützt wird, ist ein Online-Werkverzeichnis seiner Karikaturen für die Presse und der Buchillustrationen. Zum Abschluss dieses international bedeutenden wissenschaftlichen und publizistischen Projekts ist eine Ausstellung im MCBA geplant. Die Fondation arbeitet zudem an der Ausrichtung von Ausstellungen mit. Eine davon warFélix Vallotton. Le feu sous la glace, die zwischen 2013 und 2014 in Paris, Amsterdam und Tokio gezeigt wurde und fast eine Million Besucher in ihren Bann gezogen hat.

Die Aufnahme der Fondation in das MCBA – das mit mehr als 500 Werken, darunter 53 Gemälden, fast 300 Drucken und 200 Zeichnungen die weltweit grösste Sammlung von Werken dieses Künstlers beherbergt – ermöglicht die Bildung eines einzigartigen Kompetenzzentrums für Félix Vallotton.

felixvallotton.ch